Navigationshilfe auf dem Weg zur Industrie 4.0

Viele Mittelständler fragen sich: Wie kann die Industrie 4.0 für uns aussehen? Wo können wir ansetzen – und welche Investitionen ins Digitale sind sinnvoll? Forscher des Fraunhofer IFF klären solche Fragen rund um die Digitalisierung mit ihrem »Industrie 4.0-CheckUp« – und entwickeln passgenaue Strategien und Lösungsansätze, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auch weiterhin zu erhalten.

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Der Mittelstand tut sich schwer mit der Umsetzung der Digitalisierung und der Vision Industrie 4.0. Der Grund: Am Anfang dieses Weges ist viel Unsicherheit und es bedarf großer Investitionen. Der Nutzen, der daraus entsteht, ist jedoch erst einmal schwer greifbar. Dazu kommt: Lange Zeit wurden Industrie 4.0 und Digitalisierung als rein technologische Themen in die Medien gebracht und diskutiert. Sprich: Es wurde und wird vor allem über die technische Umsetzung der Idee argumentiert. Einige Mittelständler sind daher der Meinung, Industrie 4.0 wäre nichts Neues, eher eine normale technische Weiterentwicklung etablierter Technologien – nach dem Motto »das machen wir seit Jahren«. Vorhandene Ansätze in Unternehmen sind aber meist nur Insellösungen, die das volle Potenzial von Industrie 4.0 nicht ausschöpfen können.

Industrie 4.0 ist aber mehr. Sie zwingt Unternehmer und Unternehmerinnen, ihre Firma als Ganzes zu betrachten und Digitalisierung und Vernetzung über alle Geschäftsbereiche und -funktionen voranzutreiben. So müssen in diesem Zuge einige Fragen überdacht werden, beispielsweise: Wie soll die Zusammenarbeit im Unternehmen, mit Kunden und Lieferanten im Wertschöpfungsnetzwerk gestaltet werden? Wie können digitale Werkzeuge und Methoden die Arbeitsprozesse im Unternehmen unterstützen? Müssen Arbeitsprozesse umstrukturiert werden?

Wie kann er aussehen, der Weg zur Industrie 4.0?

Die Logistik- und Fabrikplanungsexperten des Fraunhofer IFF greifen mittelständischen Unternehmen mit einem »Industrie 4.0-CheckUp« unter die Arme.


»Darin brechen wir das große Thema Industrie 4.0 auf die Ebene des einzelnen Unternehmens herunter«, sagt Christian Blobner, Fraunhofer IFF. »Denn es hängt nicht nur daran, eine ›Industrie-4.0-taugliche‹ Maschine zu kaufen, sondern es müssen auch die Prozesse rundherum ›Industrie-4.0-tauglich‹ gemacht werden. Um die versprochenen Mehrwerte mit der Maschine zu erzielen, müssen erst einmal die grundlegenden Voraussetzungen geschaffen werden.«

Zur Einordnung der Betriebe und Bereiche haben die Forscher ein Industrie-4.0-Reifegradmodell entwickelt. In einem ersten Schritt ermitteln Sebastian Häberer und seine Kollegen vom Fraunhofer IFF den Ist-Zustand eines Unternehmens in Bezug auf sein Digitalisierungsniveau. Anhand von Workshops und Gesprächen mit einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beleuchten sie das Thema Industrie 4.0 im Unternehmen hinsichtlich Mensch, Technologie und Organisation und bringen auf diese Weise in Erfahrung, wie das Unternehmen tickt, welche Ziele es hat und auf welchem Industrie-4.0-Reifegrad es steht.

Individuelle Gespräche mit Mitarbeitern der Unternehmen gehören zum Grundrepertoire der Fraunhofer-Experten, um die Betriebe genau kennenzulernen. Foto: Fraunhofer IFF, Dirk Mahler
Die Fachexperten des Fraunhofer IFF sind mit dem »Industrie-4.0-Checkup« und begleitenden Workshops international sehr aktiv. Foto: Fraunhofer IFF


In einem weiteren Schritt definieren die Forscher verschiedene konkrete unternehmensindividuelle Maßnahmen – das können sehr stark menschorientierte, technologische oder organisatorische sein – und entwickeln zusammen mit dem Unternehmen eine Roadmap zu deren Umsetzung.

Die Fachleute für Logistik und Fabrikplanung des Fraunhofer IFF haben ihren »Industrie-4.0-CheckUp« bereits bei verschiedenen Unternehmen durchgeführt. Zu ihren wichtigsten Kunden zählen unter anderem die Automobilzulieferer. Seit 2017 kommen auch vermehrt Anfragen aus dem Ausland, etwa aus China und Thailand.

(Text gekürzt. Den vollständigen Artikel finden Sie in IFFOCUS »Digitaler Zwilling: Engineering der Zukunft«.)

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