Spätestens durch den Hackerangriff 2017 auf das dänische Logistik- und Transportunternehmen Maersk wurde die Dringlichkeit mehr als deutlich – mehr IT-Sicherheit in Hafenterminals muss her. 20 Prozent des gesamten Welthandels werden mit Schiffscontainern transportiert. Durch den weiteren Ausbau und die zunehmende Automatisierung der Häfen wird die Sicherheit der zukünftig häufiger hierfür eingesetzten cyber-physischen Systeme immer wichtiger. Daher arbeiten das Fraunhofer IFF, die Metop GmbH und zwei Anwendungspartner aus der Hafenwirtschaft in dem gemeinsamen Projekt AUTOSEC an einem neuen Methoden- und Werkzeugset, welches die Sicherheit von Automatisierungslösungen und cyber-physischen Systemen in Häfen verbessern soll.

Die Partner wollen vor allem Maßnahmen entwickeln und erproben, mit denen die digitalisierten Container-Terminalprozesse und weitere Arbeitsprozesse im hafenaffinen Umfeld künftig noch intelligenter gestaltet werden können. Auf diesem Weg soll deren Sicherheit und Widerstandsfähigkeit gegen Störungen oder Manipulationen erhöht werden. Helfen soll dabei ein digitaler Zwilling der Terminalprozesse, der entlang des gesamten Lebenszyklus von der Entwicklung über Einsatz und Test bis zur Überwachung des Realsystems eingesetzt werden kann. Er unterstützt das Erkennen und Beheben von Fehlern und Störungen – und das ohne dass in einem solchen kritischen Fall das Gesamtsystem abgeschaltet werden muss. Stattdessen werden nur die betroffenen Teilkomponenten heruntergefahren, um eine schnelle Wiederinbetriebnahme nach einem Ausfall zu gewährleisten.

Zusätzlich erhält man mit dem digitalen Zwilling die Möglichkeit, die Inbetriebnahme eines Systems in der Simulation mit allen ›realen‹ IT-Komponenten und simulierter Hardware zu erproben und erst dann live zu gehen, wenn es einwandfrei funktioniert.

Tobias Kutzler, Projektleiter, Fraunhofer IFF

Mit Ende des Projekts 2020 konnten die Arbeitsergebnisse unter anderem im Magdeburger Hafen sowie einem Terminal der Eurogate in Wilhelmshaven erfolgreich evaluiert werden. Ab 2021 sollen die gewonnenen Erkenntnisse in praktische Lösungen für die Industrie einfließen.

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